Sonntag, 11. Oktober 2009

Besitz

Ich fühle mich eingeengt und ersticke. Ich bin nicht frei von all den Sachen, die ich gezwungen bin zu konsumieren. Wir leben nicht mehr von Klamottenläden, ich lerne gerade Stricken und versuche Kleider entweder bei Humana, Caritas, Trödel oder Second Hand zu kaufen. Wir leben vegetarisch und sind dabei uns umzustellen auf vegan. wir lernen auf ursprüngliche Weise zu kochen und Nahrung haltbar zu machen. Wir schauen kein Fernsehen mehr. Trotzdem haben wir so viel Zeug, wovon wir uns nicht frei machen können. DVD's unserer Kultfilme, Platten, den PC und das Internet, Telefon, Herd, Nahrung, Kleidung, Wohnung. Ein Zuhause, was nicht mir gehört. Eins, dass ich nur miete. Mit dem Geld, was nicht mir gehört, welches ich vom Staat kriege. Ich will frei sein von allem Besitz und ich will doch so frei sein und mir alles nehmen können. Ich will mich selbst ernähren können und nicht auf das System angewiesen sein, dass mich versklavt, in seine Zügel spannt, damit ich zu essen, zu kleiden, und zu wohnen habe. Und alles kostet Unmengen von Geld. Es scheint so, als sei ich verloren. Machtlos, denn es gibt zu viele Menschen, die tatsächlich meinen, dass stetes Geld verdienen und es ausgeben für Besitz, den man sich kauft um anderen zu imponieren, glücklich macht. Dann sitzt man allein, in der sicheren Wohnung. Die Kinder sind ausgezogen, man hielt es nicht mehr miteinander aus. Freunde hatte man schon immer nicht viele und eigentlich hört die Katze sowieso besser zu. Das Einzige, was einen noch am Leben hält, ist der Wunsch doch noch glücklich zu werden durch teuren, lebenszehrenden Konsum.

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